Ein Knabe stand am Waldesrand Vorbei an ihm die Heeresscharen In der Sonne blinken grell Die Schwerter, Panzer und Fanfaren Groß die Augen, auf der Mund Zum Hals vor Sehnsucht schlägt das Herz "Wann nur, wann kommt meine Stund?" Denkt er bei sich in tiefem Schmerz Er zieht hinaus, geht eigene Wege Pilgert in die große Stadt Der Schmied sein Ziel: "Bau mir ein Schwert Von dem die Welt zu reden hat!" "Wovon denn, Knabe, willst du es zahlen?" Fragt der Schmied und schaut ihn an "So lass mich deine Kunst erlernen Dass ich es mir selber schmieden kann" Der Hammer saust nieder und der Amboss erbebt Die Funken fliegen und aus der Asche erhebt Sich wie Phönix eine Heldengestalt Harrt aus, von dem Jüngling hört ihr schon bald In tiefes schwarz der gang getaucht Kaum atmen konnte ich noch, blind vorwärts Und dann spürte ich ihn doch Ein rotes glühen, ein lauter schrei Er flammen nach mir warf Ich führte die klinge, schlug und traf! Das Untier stöhnte Brach zusammen Schwarzes Drachenblut mich Netzte und in mir die macht freisetzte! Ich traf erneut und sah er starb So trug ich Kunde in das Land und war Fortan denn wohl bekannt... Der Drachentöter er genannt! Als Drachentöter er bekannt! So zieht er durch das ganze Land Der Drachentöter er genannt! Seht ihn euch an, so strahlend schön Von kraft gestählt Als Drachentöter er bekannt! Er sitzt hoch zu ross Von Todesmut und Wut beseelt Gekränkter Stolz, das Ränkenspiel Der große Krieger ist am Ziel Den Helden morden, so der Plan Der wurd' erdacht im Wahn! Doch hindert Unverwundbarkeit Und nur mit List und mit der Zeit Hat er vom Lindenblatt erfahren Das auf die Schulter kam Des Kriegers Stoß Des Helden Untergang! Der Drachentöter stirbt allein... Des Kriegers Frevel ist des Helden Pein! Und doch wird er unsterblich sein... Der Krieger lud den Helden ein Zu einer Jagd im Wald zu Zwein Es sollte wohl ein Unfall sein Gesticktes Kreuz markiert das Leid An einer Quelle ließ der Durst Den Helden wehrlos niederknien Als dann der Krieger warf den Speer Da gab es kein Entfliehen! Des Kriegers Stoß Des Helden Untergang! Der Drachentöter stirbt allein... Des Kriegers Frevel ist des Helden Pein! Und doch wird er unsterblich sein... Der Held ist prunkvoll aufgebahrt Man gibt ihm das Geleit Der Mörder naht, die Wunde bricht Der Richter wird die Zeit... Des Kriegers Stoß Des Helden Untergang! Der Drachentöter stirbt allein... Des Kriegers Frevel ist des Helden Pein! Und doch wird er unsterblich sein...